Government & Public Sector

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Beratung für die öffentliche Hand und NPOs

Vierteljährlich finden Sie hier einen Newsletter mit Beiträgen zu aktuellen Entwicklungen im Bereich Public Services.

Ausgabe 90 | Juni 2008 Public Services Newsletter Informationen fr die ffentliche Hand und NPOs Herzlich willkommen zum aktuellen Public Services Newsletter! Tipps und Trends 02 Entwurf des JStG 2009: Regelungen zum Querverbund gesetzlich festgeschrieben Entwurf des JStG 2009: Umsatzsteuerbefreiung von Heilbehandlungsleistungen nderung des Anwendungserlasses zur Abgabenordnung (AEAO) Einbringung unter dem gemeinen Wert und Nachweispflicht Gastbeitrag: Kontroverse Rechtsprechung zur Vergabepflicht von Immobiliengeschften der ffentlichen Hand Wir hoffen, Ihnen auch mit diesem Newsletter wieder interessante und lesenswerte Informationen bieten zu knnen und wnschen Ihnen eine angenehme Lektre. Wir mchten Sie darauf hinweisen, dass unser Public Services Newsletter knftig nicht mehr monatlich, sondern quartalsweise erscheinen wird. Wenn Sie Anregungen oder Kommentare haben, freuen wir uns sehr ber eine E-Mail an public.services@de.ey.com 03 05 07 08 Termine 08 Veranstaltungen Tipps und Trends Entwurf des JStG 2009: Regelungen zum Querverbund gesetzlich festgeschrieben Der aktuelle Entwurf zum JStG 2009 enthlt auch Regelungen zum steuerlichen Querverbund. Durch nderung des 4 KStG sowie durch Einfgung eines neuen 8 Abs. 7 KStG soll im Ergebnis die bisherige Verwaltungspraxis im Wesentlichen festgeschrieben werden. Der aktuelle Entwurf zum JStG 2009 enthlt auch Regelungen zum steuerlichen Querverbund. Durch nderung des 4 KStG sowie durch Einfgung eines neuen 8 Abs. 7 KStG soll im Ergebnis die bisherige Verwaltungspraxis im Wesentlichen festgeschrieben werden. Im Einzelnen ergibt sich daraus Folgendes: Verrechenbar sind weiterhin Gewinne und Verluste aus gleichartigen Ttigkeiten sowie Gewinne aus der Versorgung mit Verlusten aus PNV und Bdern. Hinsichtlich der Verrechenbarkeit von Bderverlusten deutet der derzeitige Gesetzeswortlaut darauf hin, dass das Vorliegen einer "technisch-wirtschaftlichen Verflechtung" zuknftig nicht mehr gefordert wird. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob diese Regelung Bestand hat. Im Fall eines Dauerverlustes, der mangels Gewinnen nicht verrechnet wird oder der nach zulssiger Verrechnung verbleibt, liegt grundstzlich keine verdeckte Gewinnausschttung (vGA) vor. Daraus folgt, dass es weder zu einer Steuerpflicht infolge eines evtl. Gewinnaufschlages kommen kann, noch Kapitalertragsteuer anfllt. Dies gilt gleichermaen fr Betriebe gewerblicher Art als auch fr Kapitalgesellschaften, die mehrheitlich von der ffentlichen Hand gehalten werden. Problematisch ist allerdings der Fall einer Zusammenfassung von Dauerverlustbetrieben (z.B. PNV) mit nicht verrechenbaren Gewinnen (nicht Versorgung). In diesem Fall liegt eine verdeckte Gewinnausschttung in Hhe der verrechneten Verluste vor, d.h. es kommt - in Abhngigkeit von der Hhe des ausschttbaren steuerlichen Gewinns - ggf. zu einer Belastung mit Kapitalertragsteuer (15 % + Solz). Dahinter steht der Gedanke, dass der Gewinn zunchst ausgeschttet und dann zur Finanzierung des Dauerverlustes wieder eingelegt wird.g Ansprechpartner Gabriele Kirchhof Ernst & Young Kln Telefon +49 221 2779 25680 gabriele.kirchhof@de.ey.com Nicole Lissel Ernst & Young Kln Telefon +49 221 2779 25553 nicole.lissel@de.ey.com Ernst & Young Public Services, Ausgabe 90 | Juni 2008 2 Tipps und Trends Umsatzsteuerbefreiung von Heilbehandlungsleistungen Geplante nderungen durch das Jahressteuergesetz 2009 Am 30. April 2008 wurde der Referentenentwurf zum Jahressteuergesetz 2009 verffentlicht. Dieser Entwurf sieht zahlreiche nderungen in Gesetzen und Verordnungen vor, von denen im Folgenden die fr die Umsatzsteuerfreiheit von Krankenhusern relevanten Neufassungen beleuchtet werden sollen. Entsprechend der Gesetzesbegrndung soll mit nderung der Regelungen in 4 Nr. 14 bzw. Nr. 16 UStG eine weitere Anpassung des nationalen Rechts an die EU-rechtlichen Vorgaben erreicht und gleichzeitig die Entwicklungen im deutschen Gesundheitswesen sowie aktuelle Rechtsprechung bercksichtigt werden. Dazu wurden die bisher in 4 Nr. 16 Buchstabe a bis c UStG enthaltenen Befreiungen in die neue Regelung des 4 Nr. 14 Buchstabe b UStG-E bertragen. Die bisher in 4 Nr. 14 UStG enthaltenen Regelungen wurden in der Terminologie an die Vorgaben des EU-Rechts angepasst und sind nunmehr in 4 Nr. 14 Buchstabe a UStG-E enthalten. Unverndert blieb 4 Nr. 16 Buchstabe d und e UStG. Im Einzelnen sind folgende nderungen beabsichtigt: 4 Nr. 14 Buchstabe a UStG-E 4 Nr. 14 UStG befreite bislang die Umstze aus der Ttigkeit als Arzt, Zahnarzt, Heilpraktiker, Physiotherapeut, Hebamme oder hnlicher heilberuflicher Ttigkeit und aus der Ttigkeit als klinischer Chemiker. Diese Befreiungsvorschrift wird im neuen 4 Nr. 14 Buchstabe a UStG-E fortgefhrt. Die begnstigten Umstze werden entsprechend der Vorgaben in der Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie ausdrcklich auf den Bereich der Humanmedizin beschrnkt. Der Kreis der erwhnten Berufe bleibt mit Ausnahme des klinischen Chemikers unverndert. Nach der Gesetzesbegrndung knnen die Umstze der klinischen Chemiker zuknftig nach 4 Nr. 14 Buchstabe b, Doppelbuchstabe cc UStG-E steuerfrei bleiben. Darunter werden jedoch nur medizinische Leistungen zur Vorsorge oder Rehabilitation und deren Anschlussbehandlung in Einrichtungen nach 111,111a SGB V erfasst, was zu einer Einschrnkung des Anwendungsbereiches fhrt. 4 Nr. 14 Buchstabe b UStG-E 4 Nr. 14 Buchstabe b UStG-E enthlt die bisher in 4 Nr. 16 a bis c UStG enthaltenen Umsatzsteuerbefreiungen. Nach Satz 1 der neuen Regelung bleiben die Umstze von Einrichtungen des ffentlichen Rechts im Bereich der Krankenhausbehandlung und rztlichen Heilbehandlung einschlielich der eng verbundenen Umstze wie bisher umsatzsteuerfrei. Bei allen anderen Einrichtungen knpft die Umsatzsteuerbefreiung zuknftig an den sozialversicherungsrechtlichen Zulassungsstatus. Nach 4 Nr. 16 Buchstabe b Satz 2 UStG-E bleiben Krankenhausbehandlungen und rztlichen Heilbehandlungen steuerfrei, wenn sie von folgenden Einrichtungen erbracht werden: zugelassenen Krankenhusern nach 108 SGB V. Dazu zhlen anerkannte Hochschulkliniken, Plankrankenhuser und Krankenhuser mit abgeschlossenem Versorgungsvertrag. Ernst & Young Public Services, Ausgabe 90 | Juni 2008 3 Tipps und Trends - Zentren rztlicher Heilbehandlung, Diagnostik oder Befunderhebung, die nach 95 SGB V an der vertragsrztlichen Versorgung teilnehmen oder fr die die Regelungen nach 115 SGB V gelten. Unabhngig von der Rechtsform knnen hierunter medizinische Versorgungszentren, Praxiskliniken oder Einrichtungen von Laborrzten oder klinischen Chemikern fallen. Einrichtungen, mit denen Versorgungsvertrge nach 111,111a SGB V bestehen, insbesondere Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen, Einrichtungen des Mttergenesungswerks oder gleichartige Einrichtungen. Einrichtungen zur Geburtshilfe, fr die Vertrge nach 134a SGB V gelten. Die Steuerbefreiung umfasst ausweislich der Gesetzesbegrndung auch Leistungen der stationren Geburtshilfe, unbeschadet einer sozialversicherungsrechtlichen Abrechnungsfhigkeit. Hospizen, mit denen Vertrge nach 39a Abs. 1 SGB V bestehen. - - - Weitere Voraussetzung fr die Steuerbefreiung ist, dass die vorgenannten Einrichtungen Leistungen erbringen, auf die sich die Zulassung, der Vertrag oder die jeweilige Regelung des SGB V bezieht. Damit soll nach der Gesetzesbegrndung verhindert werden, dass eine Einrichtung die Steuerbefreiung fr einrichtungsfremde Leistungen in Anspruch nimmt. Diese Regelung wird von Wirtschaftsverbnden kritisiert, da der Gesetzestext insoweit Interpretationsspielrume lsst und den Umfang der steuerfreien Leistungen nicht eindeutig bestimmt. Die geplante Neuregelung knne dahingehend verstanden werden, dass sich die Umsatzsteuerfreiheit auf Leistungen beschrnke, die von der gesetzlichen Krankenversicherung bernommen werden. Gleichzeitig knnten dann aber eindeutige Krankenhausleistungen, wie etwa Wahlleistungen (z.B. Zweitbettzimmer) oder Leistungen, die von der gesetzlichen Krankenversicherung allein aus Kostengrnden nicht bernommen werden, der Umsatzsteuerpflicht unterliegen, wenn sie nicht in einem ffentlich-rechtlichen Krankenhaus erbracht werden. Insoweit wird gefordert, die einschrnkende Formulierung, dass es sich um Leistungen handelt, auf die sich die Zulassung, der Vertrag oder die Regelung nach SGB V bezieht, zu streichen. Die bislang relevanten ,,Sozialkriterien" nach 67 AO bzw. 4 Nr. 16 Buchstabe b und c UStG sollen zuknftig entfallen. 4 Nr. 14 Buchstaben c und d UStG-E Nach 4 Nr. 14 Buchstaben c UStG-E sind Leistungen umsatzsteuerfrei, die von Einrichtungen nach 140b Abs. 1 SGB V erbracht werden, mit denen Vertrge zur integrierten Versorgung nach 140a SGB V bestehen. Hierzu knnen auch Leistungen von Managementgesellschaften zhlen, sofern ihnen die vollstndige oder teilweise ambulante und/oder stationre Versorgung der Krankenkassenmitglieder bertragen wird und sich die Leistungen nicht auf Steuerungs-, Koordinierungs- oder Managementaufgaben beschrnken. Die bloe bertragung von Steuerungs-, Koordinierungs- und Managementleistungen ist steuerpflichtig. 4 Nr. 14 Buchstabe d UStG-E schlielich umfasst bestimmte sonstige Leistungen von Gemeinschaften an ihre Mitglieder, wenn diese Angehrige der in 4 Nr. 14 Buchstabe a UStG-E bezeichneten Berufe bzw. der in 4 Nr. 14 Buchstabe b UStG-E bezeichneten Einrichtungen sind. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um den Satz 2 des gegenwrtigen 4 Nr. 14 UStG, der nunmehr auch Zusammenschlsse von Krankenhusern erfasst. Ernst & Young Public Services, Ausgabe 90 | Juni 2008 4 Tipps und Trends Die nderungen sollen zum 1. Januar 2009 in Kraft treten. Im Ergebnis soll durch die geplante nderung eine weitere Umsetzung der Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie sowie der Rechtsprechung des EUGH erfolgen. Es bleibt abzuwarten, wie die Anregungen und nderungsvorschlge der Fachkreise bercksichtigt werden. Wir werden Sie ber die weitere Entwicklung des Gesetzgebungsverfahrens informieren.g Ansprechpartner Doreen Adam Ernst & Young Dresden Telefon +49 351 4840 10108 doreen.adam@de.ey.com Florian Asmus Ernst & Young Dresden Telefon +49 351 4840 17672 florian.asmus@de.ey.com nderung des Anwendungserlasses zur Abgabenordnung (AEAO) Mit dem Gesetz zur weiteren Strkung des brgerschaftlichen Engagements sind zahlreiche nderungen fr gemeinntzige Krperschaften in der steuer- und gemeinntzigkeitsrechtlichen Behandlung eingetreten. Die Finanzverwaltung hat hierauf mit BMFSchreiben vom 21. April 2008 reagiert und entsprechende Ausfhrungsbestimmungen in einer nderung des Anwendungserlasses zur AO (AEAO) niedergelegt. Mit dem Gesetz zur weiteren Strkung des brgerschaftlichen Engagements sind zahlreiche nderungen fr gemeinntzige Krperschaften in der steuer- und gemeinntzigkeitsrechtlichen Behandlung eingetreten. Die Finanzverwaltung hat hierauf mit BMFSchreiben vom 21. April 2008 reagiert und entsprechende Ausfhrungsbestimmungen in einer nderung des Anwendungserlasses zur AO (AEAO) niedergelegt. Einige Neuerungen haben wir im Folgenden kurz fr Sie zusammengefasst: Regionale Untergliederungen von Grovereinen, die nicht als rechtsfhige Vereine gefhrt werden, sind nur dann selbststndige Steuersubjekte, wenn sie ber eigene satzungsmige Organe und eigene Kassenfhrung verfgen sie ber eine Satzung verfgen, die die satzungsmige Gemeinntzigkeit besttigt. Zum Vorliegen einer gemeinntzigen Bettigung muss die Bettigung ernsthaft auf die Erfllung satzungsgemer Zwecke gerichtet sein. Die bloe Absicht zur Verwirklichung der Zwecke zu einem ungewissen Zeitpunkt reicht nicht aus. Bei den in 52 Abs. 2 AO genannten gemeinntzigen Zwecken handelt es sich um eine abschlieende Aufzhlung. Die Allgemeinheit kann jedoch auch durch die Verfolgung von Zwecken, die hinsichtlich der Merkmale, die ihre steuerliche Frderung rechtfertigen, mit den in 52 Abs. 2 AO aufgefhrten Zwecken identisch sind, gefrdert werden. Einige der gemeinntzigen Zwecke (z.B. die Frderung der Kunst und Kultur oder der Denkmalpflege) werden in dem neuen AEAO konkretisiert. Bedeutend ist darber hinaus die erstmalige Definition des Begriffs ,,brgerschaftliches Engagement" als freiwillige, nicht auf das Erzielen eines persnlichen materiellen Gewinns ge- Ernst & Young Public Services, Ausgabe 90 | Juni 2008 5 Tipps und Trends richtete, auf die Frderung der Allgemeinheit hin orientierte, kooperative Ttigkeit. Die Anerkennung der Frderung des brgerlichen Engagements soll der Hervorhebung der Bedeutung des ehrenamtlichen Einsatzes fr die Gesellschaft dienen. Eine Erweiterung der gemeinntzigen Zwecke sei damit nicht verbunden. Die Regelungen zum Vertrauensschutz bei Satzungsprfungen aus dem BMF-Schreiben vom 17. November 2004 (BStBl. 2004 I, S. 1059) werden ausdrcklich in den Anwendungserlass aufgenommen. Wird also eine vorlufige Bescheinigung ber die Gemeinntzigkeit erteilt oder eine Vergnstigung anerkannt, bei einer spteren berprfung der Satzung aber festgestellt, dass die Satzung doch nicht die Anforderungen des Gemeinntzigkeitsrechts erfllt, so drfen aufgrund des Vertrauensschutzes keine nachteiligen Folgerungen fr die Vergangenheit gezogen werden. Fr die abgelaufenen Veranlagungszeitrume ist die Krperschaft als steuerbegnstigt zu behandeln, es sei denn, bei der tatschlichen Geschftsfhrung wurde gegen die Vorschriften des Gemeinntzigkeitsrechts verstoen. Die Krperschaft ist aufzufordern, die zu beanstandenden Teile der Satzung innerhalb einer angemessenen Frist so zu ndern, dass die satzungsgeme Gemeinntzigkeit erfllt ist. Bei Vereinen soll die Frist so gesetzt werden, dass eine Beschlussfassung innerhalb der nchsten ordentlichen Mitgliederversammlung mglich ist. Dem Anwendungserlass ist dazu eine Mustersatzung beigefgt.g Ansprechpartner Ursula Augsten Ernst & Young Stuttgart Telefon +49 711 9881 15280 ursula.augsten@de.ey.com Nicole Lissel Ernst & Young Kln Telefon +49 221 2779 25553 nicole.lissel@de.ey.com Ernst & Young Public Services, Ausgabe 90 | Juni 2008 6 Tipps und Trends Einbringung unter dem gemeinen Wert und Nachweispflicht In der Mai-Ausgabe des PS-Newsletters haben wir auf die Nachweispflichten bis zum 31. Mai bei Einbringungen unter dem gemeinen Wert hingewiesen. Dabei wurde auch dargelegt, dass die Nachweispflicht nicht greift, wenn der Einbringende eine nach 8b Abs. 2 KStG begnstigte Person ist. Die nach 8b Abs. 2 KStG begnstigte Person ist aber nur dann von der Nachweispflicht entbunden, wenn es sich bei der steuerneutralen Einbringung um einen Anteilstausch handelte. Bei einer Sacheinlage ( 20 Abs. 2 Satz 1 UmwStG) besteht eine Nachweispflicht dagegen auch dann, wenn der Einbringende eine nach 8b Abs. 2 KStG begnstigte Person ist. In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass die Gesetzesbegrndung den vom Gesetz vorgesehenen Nachweiszeitraum bis zum jeweiligen 31. Mai nicht als Ausschlussfrist versteht. Die Finanzverwaltung schliet sich dem an und will erst nach dem Ablauf der Frist erbrachte Angaben noch bercksichtigen, wenn eine Vernderung der betroffenen Bescheide verfahrensrechtlich noch mglich ist, d.h. im Falle eines Rechtsbehelfsverfahrens lngstens bis zum Abschluss des Klageverfahrens.g Ansprechpartner Ursula Augsten Ernst & Young Stuttgart Telefon +49 711 9881 15280 ursula.augsten@de.ey.com Nicole Lissel Ernst & Young Kln Telefon +49 221 2779 25553 nicole.lissel@de.ey.com Ernst & Young Public Services, Ausgabe 90 | Juni 2008 7 Tipps und Trends Gastbeitrag Kontroverse Rechtsprechung zur Vergabepflicht von Immobiliengeschften der ffentlichen Hand Das OLG Dsseldorf hat vor dem Hintergrund verschiedener Entscheidungen des Europischen Gerichtshofs (insbesondere EuGH, Urteil vom 18.01.2007 i.S. Roanne) in mehreren Fllen die Veruerung von Grundstcken der ffentlichen Hand als vergabepflichtigen Vorgang bewertet, da die ffentliche Hand dem Grundstckserwerber verpflichtende Vorgaben hinsichtlich der Errichtung von Bauwerken gem den von der ffentlichen Hand genannten Erfordernissen gemacht hatte. Das OLG Dsseldorf hat vor dem Hintergrund verschiedener Entscheidungen des Europischen Gerichtshofs (insbesondere EuGH, Urteil vom 18.01.2007 i.S. Roanne) in mehreren Fllen die Veruerung von Grundstcken der ffentlichen Hand als vergabepflichtigen Vorgang bewertet, da die ffentliche Hand dem Grundstckserwerber verpflichtende Vorgaben hinsichtlich der Errichtung von Bauwerken gem den von der ffentlichen Hand genannten Erfordernissen gemacht hatte. Zwischenzeitlich gibt es weitere Entscheidungen von Vergabekammern und Oberlandesgerichten, die teilweise abweichend vom OLG Dsseldorf eine Vergabepflicht nur annehmen, wenn das Bauvorhaben des Investors zumindest in einem weiteren Sinne - der Bedarfsdeckung der ffentlichen Hand dient (so u.a. Vergabekammer Brandenburg, Beschluss vom 15.02.2008, AZ: VK 2/08; 2. Vergabekammer des Landes Hessen bei dem Regierungsprsidium in Darmstadt, Beschluss vom 05.03.2008, AZ: 69 d VK 06/2008 sowie Vergabekammer Baden-Wrttemberg, Beschluss vom 07.03.2008, AZ: 1 VK 1/08). Dagegen hat das OLG Dsseldorf in weiteren Entscheidungen (Beschluss vom 12.12.2007, AZ: VII-Verg 30/07, und Beschluss vom 06.02.2008, AZ: VII-Verg 37/07) seine bisherige Rechtsprechung bekrftigt und ist in dieser Rechtsauffassung im Wesentlichen vom OLG Bremen besttigt worden (Beschluss vom 13.03.2008, AZ: Verg 5/07). In einem obiter dictum hat sich schlielich das OLG Mnchen (Beschluss vom 04.04.2008 AZ: Verg 4/08) zum Verhltnis von Vergabe- und Stdtebaurecht geuert und scheint der Stdteplanung als Kernbereich der verfassungsrechtlich geschtzten kommunalen Selbstverwaltung (Art. 8 Abs. 2 GG) Vorrang einzurumen. Auch der Gesetzgeber nimmt sich des Themas an. In dem aktuellen Referentenentwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des Vergaberechts vom 03.03.2008 ist eine nderung des Wortlauts von 99 Abs. 3 GWB im Hinblick auf die Definition des Begriffs "Bauauftrag" vorgesehen. Offensichtlich als Reaktion auf die Rechtsprechung des OLG Dsseldorf, wonach es fr die Vergabepflichtigkeit von Immobiliengeschften der ffentlichen Hand nicht darauf ankommt, ob diese mit dem Immobiliengeschft einen eigenen Beschaffungsbedarf decken will, soll nach dem Referentenentwurf knftig in 99 Abs. 3 GWB die Ergnzung "fr den ffentlichen Auftraggeber" aufgenommen werden, wohl um zu dokumentieren, dass nach Auffassung des Bundesgesetzgebers ein konkreter Beschaffungsbedarf doch Voraussetzung fr die Vergabepflicht ist. Ob diese Sichtweise allerdings europarechtlichen Vorgaben gengt (die Begriffsdefinition in Art. 1 Abs. 2 lit. b) der Richtlinie 2004/18/EG vom 31.03.2004 ber die Koordinierung der Verfahren zur Vergabe ffentlicher Bauauftrge, Lieferauftrge und Dienstleistungsauftrge spricht insofern lediglich davon, dass Bauleistungen "gem den von ffentlichen Auftraggebern genannten Erfordernissen" durch Dritte erbracht werden), bleibt abzuwarten. Ernst & Young Public Services, Ausgabe 90 | Juni 2008 8 Tipps und Trends Fazit Das OLG Dsseldorf hat mit seinen Entscheidungen in Deutschland eine Diskussion angestoen, deren Ende noch nicht absehbar ist. Nach heutigem Stand kann jedenfalls festgehalten werden, dass trotz einer zwischenzeitlich ergangenen Reihe von teilweise abweichenden Entscheidungen von Vergabekammern noch keine "Entwarnung" gegeben werden kann und alle Beteiligten ffentliche Hand und private Investoren bis auf Weiteres gut beraten sind, anstehende Immobiliengeschfte kritisch auf ihre Vergabepflichtigkeit zu berprfen, um sich nicht dem Risiko der Nichtigkeit der Vertrge auszusetzen. g Ansprechpartner Dr. Beatrice Fabry, Rechtsanwltin Menold Bezler Rechtsanwlte Partnerschaft Telefon: +49 711 860 40 65 beatrice.fabry@menoldbezler.de Ernst & Young Public Services, Ausgabe 90 | Juni 2008 9 Termine Wirtschaftlicher Geschftsbetrieb und Gemeinntzigkeit, 5. September 2008, Dsseldorf Gemeinntzige Organisationen geraten verstrkt in den Fokus der Finanzverwaltung. In diesem Seminar erfahren Sie u. a. wann die Satzung gendert werden muss, welche Steuerlast sich aus den steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschftsbetrieben ergibt, wann eine Spendenbescheinigung ausgestellt werden kann, welche Dokumentationserfordernisse bei der Fremdvergabe zu beachten sind, wie die maximale Rcklagenbildung zu ermitteln ist, wann eine verbindliche Auskunft beantragt werden sollte und wann der Einsatz einer unselbststndige Stiftung sinnvoll ist. Zudem werden die Neuregelungen durch das Gesetz zur weiteren Strkung des brgerschaftlichen Engagements ausfhrlich dargestellt. Referent ist Dr. Thomas Fritz aus der Niederlassung Eschborn/Frankfurt a.M. der Ernst & Young AG. Weitere Informationen und Anmeldung: http://www.haufe-akademie.de/index.asp?bnr=92.88 Tagungen, Seminare und sonstige Veranstaltungsreihen vermitteln wichtige und aktuelle Informationen. Sie bieten darber hinaus den idealen Rahmen fr einen Erfahrungsaustausch. Auf folgende Veranstaltungen mchten wir hinweisen. Ernst & Young Public Services, Ausgabe 90 | Juni 2008 10 Ansprechpartner Ernst & Young Assurance | Tax | Transactions | Advisory Wirtschaftsprfung und Steuerberatung Region West York Zllkau, Kln Telefon +49 221 2779 25647 york.zoellkau@de.ey.com Christoph Spiekermann, Dortmund Telefon +49 231 55011 22226 christoph.spiekermann@de.ey.com Region Sd Gert von Borries, Mnchen Telefon +49 89 14331 17200 gert.von.borries@de.ey.com Region Sdwest Thomas Mller-Marqus Berger, Stuttgart Telefon +49 711 9881 15844 thomas.mueller-marques.berger@de.ey.com Region Nord Holger Siebenthaler, Hannover Telefon +49 511 8508 16250 holger.siebenthaler@de.ey.com Thomas Gtze, Hamburg Telefon +49 40 36132 11463 thomas.goetze@de.ey.com Dr. Klaus Bracht, Hamburg Telefon +49 40 36132 11232 klaus.bracht@de.ey.com Region Berlin Franz-Josef Epping, Berlin Telefon +49 30 25471 21782 franz-josef.epping@de.ey.com Region Sachsen/Thringen Detlef Fleischer, Dresden Telefon +49 351 48402 3315 detlef.fleischer@de.ey.com Jrg Hellmann, Erfurt Telefon +49 361 6589 22210 joerg.hellmann@de.ey.com Region Rhein/Neckar/Saar Dr. Jrgen Staiger, Mannheim Telefon +49 621 4208 12231 juergen.staiger@de.ey.com Region Frankfurt am Main Hans-Peter Busson, Eschborn/Frankfurt am Main Telefon +49 6196 996 25271 hans-peter.busson@de.ey.com Die folgenden Abteilungen sind deutschlandweit fr Sie da: Organisationsberatung fr die ffentliche Verwaltung und NPOs Cornelia Gottbeht, Mnchen Telefon +49 89 14331 17232 cornelia.gottbehuet@de.ey.com Risk Advisory Services Dr. Robert Heinrich, Eschborn/Frankfurt am Main Telefon +49 6196 996 24124 robert.heinrich@de.ey.com Steuerberatung Ursula Augsten, Stuttgart Telefon +49 711 9881 15280 ursula.augsten@de.ey.com Real Estate Michael Janetschek, Eschborn/Frankfurt am Main Telefon +49 6196 996 24540 michael.janetschek@de.ey.com Corporate Finance Robert Seiter, Berlin Telefon +49 30 25471 21415 robert.seiter@de.ey.com Wirtschaftsprfung Hans-Robert Walbrl, Mnchen Telefon +49 89 14331 13304 hans-robert.walbroel@de.ey.com Ernst & Young in Deutschland Ernst & Young ist einer der Marktfhrer in der Wirtschaftsprfung, Steuerberatung, Transaktionsberatung sowie Risiko- und Managementberatung. Unsere ber 6.000 Mitarbeiter sind durch gemeinsame Werte und unseren hohen Qualittsanspruch verbunden. Gemeinsam mit den 130.000 Kollegen der internationalen Ernst & Young-Organisation betreuen wir unsere Mandanten berall auf der Welt. Das gemeinsame Ziel aller Mitarbeiter ist es, unter Einsatz all ihrer Ressourcen, Fhigkeiten und Kompetenzen, das Potenzial unserer Mandanten zu entfalten. Weitere Informationen finden Sie unter www.de.ey.com 2008 Ernst & Young AG Wirtschaftsprfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft All Rights Reserved. SCORE Retrieval File Wenn Sie unseren Newsletter nicht mehr erhalten mchten, schreiben Sie uns an public.services@de.ey.com Wir lschen Sie dann aus unserer Datenbank. Der Name Ernst & Young bzw. ,,wir" bezieht sich in diesem Firmenprofil auf alle deutschen Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global Limited (EYG), eine Gesellschaft mit beschrnkter Haftung nach britischem Recht. Jedes EYG-Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbststndig und unabhngig und haftet nicht fr das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen. Ernst & Young Public Services, Ausgabe 90 | Juni 2008 11

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