Government & Public Sector

  • Share


Suchanfrage

Mit unserer Suchfunktion können Sie sich gezielt zu bestimmtem Themen informieren. Newsletter-Ausgaben, die relevante Beiträge zu diesem Suchbegriff enthalten, werden Ihnen angezeigt.


Newsletter

Beratung für die öffentliche Hand und NPOs

Vierteljährlich finden Sie hier einen Newsletter mit Beiträgen zu aktuellen Entwicklungen im Bereich Public Services.

Newsletter PUBLIC SERVICES NR. 86, FEBRUAR 2008 Beratung fr die ffentliche Hand und NPOs Herzlich willkommen zum aktuellen Public Services Newsletter! Wir hoffen, Ihnen auch mit diesem Newsletter wieder interessante und lesenswerte Informationen bieten zu knnen und wnschen Ihnen eine angenehme Lektre. Wenn Sie Anregungen oder Kommentare haben, freuen wir uns sehr ber eine E-Mail an public.services@de.ey.com! Inhalt Tipps und Trends Zweckbetriebseigenschaft von Einrichtungen der Wohlfahrtspflege im Wettbewerb? BFH-Urteil zum Anfangsbestand des steuerlichen Einlagekontos bei Betrieben gewerblicher Art Erteilung von Auszgen aus dem Liegenschaftskataster BilMoG-Referentenentwurf Grundlagen zu den Internationalen Rechnungslegungsstandards fr ffentliche Verwaltungen (IPSAS) 2 2 3 3 4 7 Veranstaltungen Ernst & Young Public Services Newsletter Nr. 86, Februar 2008 1 Tipps und Trends Zweckbetriebseigenschaft von Einrichtungen der Wohlfahrtspflege im Wettbewerb? Der BFH hat sich in einem jngst verffentlichten Urteil vom 18.9.2007 (Az.: I R 30/06) zur Gewerbesteuer mit der Definition des Zweckbetriebs ,,Wohlfahrtspflege" ( 66 AO) in der Form eines ,,obiter dictum" auseinandergesetzt. Wohlfahrtspflege ist die planmige, zum Wohle der Allgemeinheit und nicht des Erwerbs wegen ausgebte Sorge fr notleidende oder gefhrdete Mitmenschen ( 66 Abs. 2 AO). Nach Auffassung des BFH werden beispielsweise der Krankentransport und der Rettungsdienst, die Wohlfahrtsverbnde zu denselben Bedingungen wie private gewerbliche Unternehmen anbieten, um des Erwerbes willen und nicht zum Wohl der Allgemeinheit ausgebt. Eine auf Gewinnerzielung gerichtete Ttigkeit ndere nicht dadurch ihren Charakter, dass sie statt von gewerblichen Unternehmen von Wohlfahrtsverbnden erbracht wird, mgen diese mit ihren Leistungen im ffentlichen Rettungsdienst einen berschuss der Einnahmen ber die Ausgaben anstreben und tatschlich erzielen oder nicht. Mageblich fr die Frage, ob die Sorge fr notleidende oder gefhrdete Mitmenschen um des Erwerbes wegen ausgebt wird, sei ,,vielmehr allein, ob die Bedingungen, unter denen sie ausgebt wird, objektiv geeignet sind, Gewinne zu erzielen." Davon ist nach Auffassung des BFH regelmig auszugehen, ,,wenn die gleichen Leistungen zu denselben Bedingungen von nicht steuerbefreiten Anbietern erbracht werden und deren Ttigkeit als Gewerbebetrieb einzuordnen ist." Auch die Verwendung der berschsse aus diesen Ttigkeiten fr die satzungsmigen Zwecke begrnde keine Zweckbetriebseigenschaft. Die Finanzverwaltung hat demgegenber aus dem Tatbestandsmerkmal ,,nicht des Erwerbs wegen" bisher keine Einschrnkung gegenber den Voraussetzungen der Selbstlosigkeit abgeleitet (AEAO Nr. 2 zu 66 AO). Entsprechend wurden u.a. Krankentransporte und husliche Pflegeleistungen unter bestimmten Voraussetzungen als Zweckbetrieb ,,Wohlfahrtspflege" anerkannt (AEAO Nrn. 6 und 4 zu 66 AO). Es bleibt daher abzuwarten, wie die Finanzverwaltung auf die Auffassung des BFH reagieren wird. Fr Rckfragen stehen Ihnen Prof. Dr. Manfred Orth, manfred.orth@de.ey.com, Tel.: 06196 / 996 28065 oder Dr. Thomas Fritz, thomas.fritz@de.ey.com, Tel.: 06196 / 996 27015 gerne zur Verfgung. BFH-Urteil zum Anfangsbestand des steuerlichen Einlagekontos bei Betrieben gewerblicher Art Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom 21. August 2007 (I R 78/06) zur erstmaligen Feststellung des steuerlichen Einlagekontos bei Betrieben gewerblicher Art (BgA) und der Frage der Bercksichtigung von Einlagen zum Ausgleich von Verlusten Stellung genommen. Er hat entschieden, dass Einlagen, die eine Trgerkrperschaft ihrem BgA ohne eigene Rechtspersnlichkeit unter Geltung des Anrechnungsverfahrens zum Ausgleich von Verlusten zugefhrt hat, den Anfangsbestand des steuerlichen Einlagekontos nicht erhhen. Die Auffassung, nach der auch bereits durch Verluste verbrauchte Einlagen im Anfangsbestand des steuerlichen Einlagekontos zu erfassen seien, findet nach Ansicht des BFH im Gesetzeswortlaut keine Sttze. Auch der Zweck des 27 KStG 1999 n.F. gebietet dies laut BFH nicht, da die Gefahr einer zustzlichen Kapitalertragsteuerbelastung auf Eigenkapitalanteile, die bereits bei Geltung des alten Rechts der Krperschaftsteuer unterlegen haben, nicht bestehe. Das der Revision zugrunde liegende Urteil des FG Dsseldorf vom 7. September 2006 (15 K 457/05 F) sowie die Auffassung der Finanzverwaltung (BMF-Schreiben vom 11. September 2002, Tz. 13 und 25, OFD Dsseldorf und Mnster vom 19. August 2004) wurden damit besttigt. Das FG Baden-Wrttemberg hat in drei Urteilen vom 24. Juli 2006 (6 K 176/03, 6 K 178/03, 6 K 179/03) eine andere Auffassung vertreten. Wir verweisen insoweit auf unseren Public Services Newsletter Nr. 74, Februar 2007. Danach sind in den Anfangsbestand des steuerlichen Einlagekontos alle vor dem Systemwechsel geleisteten Einlagen einzubeziehen, auch soweit diese aus dem Ausgleich von Verlusten resultieren. Der Anfangsbestand des steuerlichen Einlagekontos sei insoweit unabhngig von der Hhe des steuerbilanziellen Eigenkapitals des BgAs. Die Urteile des Ernst & Young Public Services Newsletter Nr. 86, Februar 2008 2 FG Baden-Wrttemberg sind zur Revision beim BFH anhngig (I R 68/06). Es ist aufgrund des vorliegenden BFH-Urteils allerdings davon auszugehen, dass die Auffassung des FG Baden-Wrttemberg durch den BFH auch in den noch anhngigen Verfahren nicht geteilt wird. Fr Rckfragen stehen Ihnen Ursula Augsten, ursula.augsten@de.ey.com, Tel.: (0711) 9881 15280 oder Nicole Lissel, nicole.lissel@de.ey.com, Tel.: (0221) 2779 25553 gerne zur Verfgung. Erteilung von Auszgen aus dem Liegenschaftskataster Zur umsatzsteuerlichen Behandlung der entgeltlichen Erteilung von Auszgen aus dem Liegenschaftskataster hat das BMF mit Schreiben vom 28.1.2008 Stellung genommen. In mehreren Bundeslndern erfolgt die entgeltliche Erteilung von Auszgen aus dem Liegenschaftskataster nicht mehr allein durch die Vermessungs- und Katasterbehrden, sondern auch durch Gemeinden und ffentlich bestellte Vermessungsingenieure. Die entgeltliche Erteilung von Auszgen aus dem Liegenschaftskataster durch Vermessungs- und Katasterbehrden wird nach 2 Abs. 3 Satz 2 Nr. 4 UStG als unternehmerische Ttigkeit angesehen, soweit in dem betreffenden Bundesland nach den jeweiligen landesrechtlichen Gegebenheiten eine entgeltliche Erteilung von Auszgen aus dem Liegenschaftskataster auch durch ffentlich bestellte Vermessungsingenieure rechtlich und technisch mglich ist. Dies soll jedoch dann nicht gelten, soweit ffentlich bestellte Vermessungsingenieure nach den jeweiligen landesrechtlichen Bestimmungen lediglich als Erfllungsgehilfen der Vermessungsund Katasterbehrden ttig werden. Soweit Gemeinden entgeltlich Auszge aus dem Liegenschaftskataster erteilen, gelten sie als Vermessungs- und Katasterbehrden ( 2 Abs. 3 Satz 2 Nr. 4 UStG), so dass diese Leistungen unter den o.g. genannten Voraussetzungen unternehmerisch und damit umsatzsteuerbar erfolgen. Abschn. 23 Abs. 7 Stze 3 und 4 UStR 2008 sind entsprechend nicht mehr anzuwenden, soweit sie den dargestellten Grundstzen entgegenstehen. Beruft sich eine Vermessungs- und Katasterbehrde auf diese Regelungen oder beruft sich eine Gemeinde darauf, dass die entgeltliche Erteilung von Auszgen aus dem Liegenschaftskataster bisher als nicht steuerbar behandelt wurde, wird es von der Finanzverwaltung allerdings nicht beanstandet, wenn vor dem 1. Januar 2009 ausgefhrte Umstze als nicht umsatzsteuerbar behandelt werden. Fr Rckfragen steht Ihnen Dr. Thomas Fritz, thomas.fritz@de.ey.com, Tel.: (06196) 996 27015 gerne zur Verfgung. BilMoG-Referentenentwurf Am 8. November 2007 hat das BMJ den allseits mit Spannung erwarteten Referentenentwurf eines Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) verffentlicht (siehe www.bmj.de). Mit dem BiIMoG, dessen Regelungen erstmals berwiegend im Geschftsjahr 2009 anzuwenden sein werden, sollen mehrere EU-Richtlinien bis Mitte 2008 in nationales Recht umgesetzt werden. Das deutsche Bilanz- und Prfungsrecht soll einen erkennbar internationalen Zuschnitt erhalten. Ziel des BiIMoG ist es, das gewachsene deutsche Bilanzrecht zu einer dauerhaften und vollwertigen Alternative zu den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) weiter zu entwickeln. Die Grundzge der Konzeption des Bilanzrechts als Grundlage fr die Ausschttungsbemessung und die steuerliche Gewinnermittlung bleiben hingegen unverndert. Das deutsche Bilanzrecht soll knftig die einfachere und kostengnstigere Alternative zu IFRS darstellen, die insbesondere kleinen und mittelgroen Unternehmen die Mglichkeit zur Nutzung eines modernen Bilanzrechts erffnet, ohne auf die IFRS bergehen zu mssen. Dies soll z. B. dadurch erreicht werden, dass das bisher die Bilanzierung dominierende Vorsichtsprinzip sprbar zurckgedrngt und das HGB von unzeitgemen Wahlrechten "entrmpelt" wird. So ist im BilMoGReferententwurf beispielsweise vorgesehen, die Aufwandsrckstellungen, fr die bisher ein Passivierungswahlrecht bestand, sowie die Bilanzierungshilfe fr die Aufwendungen fr die Ingangsetzung des Geschftsbetriebs und dessen ErweiteErnst & Young Public Services Newsletter Nr. 86, Februar 2008 3 rung abzuschaffen. Weitere Annherungen an IFRS sind in folgenden Bereichen zu erkennen: Aktivierung von selbst erstellten immateriellen Vermgensgegenstnden des Anlagevermgens Aktivierungspflicht von Geschfts- oder Firmenwerten und Pflicht zur planmigen Abschreibung Eliminierung steuerlicher Wertanstze Pensionsverpflichtungen: Anwartschaftsbarwertverfahren (DBO) mglich, Passivierungspflicht fr mittelbare Pensionsverpflichtungen (z.B. Untersttzungskasse, Saldierung von Planvermgen Fair-Value-Bewertung bestimmter Finanzinstrumente Zulssigkeit von Bewertungseinheiten Bilanzorientierte Abgrenzung latenter Steuern sowie Steuerabgrenzung auf Verlustvortrge Darber hinaus zielt das BilMoG auf eine Deregulierung, um die Unternehmen soweit mglich - von vermeidbaren Kosten zu entlasten. Hierbei werden insbesondere Einzelkaufleute und Personenhandelsgesellschaften mit geringen Jahresumstzen und -berschssen ab dem Jahr 2008 von der Pflicht, zur handelsrechtlichen Buchfhrung sowie zur Aufstellung eines Inventars und eines Jahresabschlusses befreit - eine Vereinfachung, die aufgrund der landesrechtlichen Vorgaben (Gemeindeordnungen, Eigenbetriebsgesetze und Haushaltsordnungen der Bundeslnder), die auf eine Rechnungslegung wie bei groen Kapitalgesellschaften abzielen, von vielen ffentlichen Unternehmen nicht angewendet werden kann. Mit dem BiIMoG beschreitet der deutsche Gesetzgeber bilanz- und - mit der Anordnung in 316 Abs. 4 HGB-E, gesetzliche Abschlussprfungen knftig nach den von der EU angenommenen International Standards on Auditing (ISA) durchzufhren - auch prfungsrechtliches Neuland. Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass das erste Echo, das das BiIMoG in der fachlichen Diskussion ausgelst hat, recht uneinheitlich ausfllt. So ist einerseits von einem "Paradigmenwechsel" einem "gewaltigen Reformansatz" oder von der "grten Reform der handelsrechtlichen Bilanzierung seit dem Bilanzrichtlinien-Gesetz (BiRiLiG) von 1985" die Rede, andererseits aber wird eine "Entobjektivierung von Bilanzinhalten" sowie ein "Frontalangriff auf die Grundfesten des deutschen Bilanzrechts" beklagt. Man mag die Bestrzung ber den Bruch mit ehernen, tradierten und bewhrten bilanzrechtlichen Prinzipien bilanzrechtstheoretisch teilen, fr die Praxis der Rechnungslegung insbesondere der Konzernrechnungslegung - ist indes die augenfllige Annherung des HGB an die internationalen Rechnungslegungsstandards (IPRS) im Ergebnis zu begren. Im Hinblick auf die zum Teil erheblichen Auswirkungen der oben erwhnten nderungen des deutschen Bilanzrechts durch den vorliegenden Referentenentwurf intendierten nderungen, empfiehlt sich eine frhzeitige Analyse der individuellen Anpassungs- bzw. nderungsnotwendigkeiten bei allen HGB-Bilanzierern. Fr Rckfragen steht Ihnen Hans-Peter Busson, hans-peter.busson@de.ey.com, Tel.: (06196) 996 25271, gerne zur Verfgung. Grundlagen zu den Internationalen Rechnungslegungsstandards fr ffentliche Verwaltungen (IPSAS) Aufgrund der wachsenden nationalen und internationalen Bedeutung der International Public Sector Accounting Standards (IPSAS) wollen wir uns an dieser Stelle mit einem berblicksbeitrag befassen. Die internationalen Entwicklungen zeigen, dass auch die IPSAS zunehmend fr Deutschland relevant werden. In der Schweiz und in sterreich befasst man sich derzeit intensiv mit der Einfhrung ffentlicher Rechnungslegungsstandards auf Basis der IPSAS. Ausgangssituation in Deutschland Mit der Einfhrung der doppelten Buchfhrung (Doppik) im ffentlichen Haushalts- und Rechnungswesen wird derzeit ein Paradigmenwechsel in Deutschland vollzogen. Parallel zur berfhrung der Gebietskrperschaften von der rein zahErnst & Young Public Services Newsletter Nr. 86, Februar 2008 4 lungsorientierten zur ressourcenverbrauchsorientierten Rechnungslegung nehmen auch im ffentlichen Sektor Internationalisierungstendenzen zu. Bedeutsam fr den Geltungsbereich der ffentlichen Kernverwaltungen ist hierbei das Standardsetzungsprojekt des ,,International Public Sector Accounting Standards Boards" (kurz: IPSASB) mit dem Ziel einer weltweit einheitlichen Ausgestaltung des ffentlichen Haushalts- und Rechnungswesens. Begriff der IPSAS Die ,,International Public Sector Accounting Standards" (kurz: IPSAS) sind derzeit primr ein internationales Regelwerk zur Rechnungslegung im ffentlichen Sektor, welche grundlegende Vorschriften fr die Darstellung von Jahresabschlssen, Anwendungsleitlinien fr deren Struktur und Mindestanforderungen an deren Inhalt darlegen. Die IPSAS sehen Regelungen zur Rechnungslegung vor, welche mittelbar aber auch Auswirkungen auf das Haushaltswesen haben. Derzeit besteht das Regelwerk aus 24 Standards, welche unterschiedliche Teilgebiete der Rechnungslegung (z.B. IPSAS 1: Darstellung des Abschlusses, IPSAS 2: Finanzrechnung oder IPSAS 17: Sachanlagevermgen) behandeln. Die Standards werden kontinuierlich weiterentwickelt. Die IPSASs unterscheiden zwei Methoden: Zum einen das Konzept der doppelten Buchfhrung auf der Grundlage des Ressourcenverbrauchskonzepts (Accrual Basis of Accounting) und der zahlungsstromorientierten Rechnungslegung (Cash Basis of Accounting). Letzterer wird, aufgrund ihrer offensichtlichen Schwchen (keine Bercksichtigung des Ressourcenverbrauchs, keine periodengerechte Abgrenzung) von Seiten des IPSASB jedoch nur eine geringere Bedeutung zu Teil. Bei den IPSASs handelt es sich derzeit lediglich um Empfehlungen. In Deutschland ist eine verpflichtende Nutzung der IPSAS als Rechnungslegungsgrundlage bisher nicht vorgesehen. IPSAS werden u. a. bereits von der OECD, der NATO, der Europischen Union und von zahlreichen Lndern (fr eine bersicht siehe http://www.ipsasb.org) verwendet. Die Verwendung durch die United Nations und ihrer Unterorganisationen befindet sich in Vorbereitung. Das IPSASB Die IPSAS werden vom IPSASB der International Federation of Accountants (kurz IFAC) erarbeitet und publiziert. Das IPSASB ist ein permanenter Fachausschuss der IFAC und ist analog zum IASB ein Ausschuss, der sich von Berufs wegen mit Aspekten des Rechnungswesens und der Rechnungslegung des ffentlichen Sektors befasst. Die IFAC wurde mit dem Ziel gegrndet, weltweit eine Harmonisierung der sog. Accountancy-Berufe herbeizufhren. Die IFAC umfasst derzeit 155 Berufsorganisationen aus 118 Lndern. Deutschland ist durch die Wirtschaftsprferkammer und das IDW vertreten. Das IPSASB wurde Ende 1986 als sog. Public Sector Committee gegrndet. Im November 2004 wurde es schlielich in International Public Sector Accounting Standards Board (IPSASB) umbenannt. Das IPSASB setzt sich aus 15 Mitgliedern zusammen, die von Mitgliedsorganisationen der IFAC dorthin entsandt werden. Den Vorsitz des IPSASB hat Mike Hathorn, UK inne. Zu den Mitgliedern des IPSASB gehren sowohl Mitarbeiter von Finanzministerien und Rechnungshfen als auch Wirtschaftsprfer. Ferner gehren dem IPSASB drei sog. Public Members an, die nicht Mitgliedsorganisationen des IFAC vertreten. Hierbei handelt es sich derzeit um drei Hochschullehrer aus Italien, Schweiz und den USA. Daneben haben einige multilaterale Entwicklungsbanken (bspw. die Asian Development Bank, die Weltbank oder der Internationale Whrungsfonds) sowie bestimmte internationale Organisationen (wie bspw. das Statistische Amt der Europischen Gemeinschaften (Eurostat), die OECD oder die Vereinten Nationen) einen Beobachterstatus im IPSASB. Deutschland ist im IPSASB selbst derzeit nicht vertreten. Die Standards des IPSASB Die Mehrzahl der derzeit verffentlichten IPSASs beruhen auf dem Konzept der kaufmnnischen, doppelten Buchfhrung (sog. Accrual Basis of Accounting). Sofern eine ffentliche Verwaltung an einem zahlungsstromorientierten Rechnungswesen festhalten mchte, fungiert der sog. Cash Basis IPSAS als Richtlinie. Als Ernst & Young Public Services Newsletter Nr. 86, Februar 2008 5 Grundlage fr die Entwicklung der IPSAS dienen die International Accounting Standards/International Financial Reporting Standards (IAS/IFRS). IPSASs weichen von den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundstzen der IAS/IFRS nur ab, sofern Besonderheiten der ffentlichen Verwaltungen dies erfordern. Die IPSAS werden in einem Verfahren (Due Process) verabschiedet, in dem der interessierten ffentlichkeit durch die Verffentlichung von Entwrfen (Exposure Drafts) whrend einer viermonatigen Periode die Mglichkeit zu einer Stellungnahme eingerumt wird. Geltungsbereich der IPSAS Der Geltungsbereich der IPSAS umfasst ffentliche Verwaltungen (Public Sector Entities) nicht aber sog. Government Business Enterprises, die weitgehend den ffentlichen Unternehmen in Deutschland gleichkommen. Fr diese wird die Anwendung der bereits im privatwirtschaftlichen Bereich gebruchlichen International Financial Reporting Standards (IFRS) empfohlen. Fr Rckfragen steht Ihnen Thomas Mller-Marqus Berger, thomas.muellermarques.berger@de.ey.com, Tel. 0711/9881-15844, und Dr. Jens Heiling, jens.heiling@de.ey.com, Tel. 0711/9881-19347) gerne zur Verfgung. Ernst & Young Public Services Newsletter Nr. 86, Februar 2008 6 Veranstaltungen Public Forum Sdwest ,,Derivative Finanzinstrumente bei Kommunen" am 19. Februar 2008 (vormittags) Die finanzielle Entwicklung der kommunalen Gebietskrperschaften in den letzten Jahren war geprgt durch eine sprbare Einschrnkung der Gestaltungs- und Handlungsspielrume. Die beachtlichen Defizite der Stdte und Gemeinden und das niedrige Niveau der Investitionen zeigen, wie gering die finanziellen Spielrume der Kommunen in den letzten Jahren geworden sind. Die Kreditaufnahme der Kommunen, insbesondere die Aufnahme von Kassenkrediten, hat vor diesem Hintergrund deutlich zugenommen. Parallel dazu setzen Kommunen verstrkt derivative Finanzinstrumente zur Optimierung ihres Zinsmanagements ein, um Planungsund Handlungssicherheit zu gewhrleisten. Am 19. Februar 2008 findet eine Veranstaltung zum Thema ,,Derivative Finanzinstrumente bei Kommunen" in Stuttgart statt. Interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen, insbesondere zum Programm und zur Anmeldung, erhalten Sie bei Frau Franziska Thiede, Tel.: (0711) 9881 10486, franziska.thiede@de.ey.com. Public Forum Sdwest ,,Neues Kommunales Haushalts- und Rechnungswesen Baden-Wrttemberg - Stand und Perspektiven" am 19. Februar 2008 (nachmittags) Das Gesetz zur Reform des Gemeindehaushaltsrechts in Baden-Wrttemberg, mit dem die rechtlichen Grundlagen fr das Neue Kommunale Haushaltsrecht (NKHR) geschaffen werden, soll nach dem aktuellen Zeitplan im Jahr 2008 durch den Landtag von Baden-Wrttemberg beschlossen und in der zweiten Hlfte des Jahres 2008 in Kraft treten. Diese Entwicklungen werden auf dem Public Forum Sdwest aufgegriffen und der gegenwrtige Stand des NKHR in Baden-Wrttemberg reflektiert. Die Veranstaltung zum Thema ,,Neues Kommunales Haushalts- und Rechnungswesen Baden-Wrttemberg - Stand und Perspektiven" findet am 19. Februar 2008 in Stuttgart statt. Interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen, insbes. zum Programm und zur Anmeldung, erhalten Sie bei Frau Franziska Thiede, Tel.: (0711) 9881 10486, franziska.thiede@de.ey.com. Tagung: Fundraising fr Hochschulen, Spenden, Sponsoring und Stiftungen in der Praxis 10. bis 12. Mrz 2008 Evangelische Akademie Bad Boll In Deutschland ist Fundraising im Hochschulbereich noch immer Pionierarbeit. Seit der ersten Tagung zum Hochschul-Fundraising an der Evangelischen Akademie Bad Boll im Jahr 2002 hat sich das Hochschul-Fundraising in kleinen Schritten weiterentwickelt. Jede Hochschule muss ihr mageschneidertes FundraisingKonzept entwickeln. Die Erfahrungen, Erfolge und Fehler anderer Hochschulen knnen dabei entscheidende Impulse geben. Im Mittelpunkt der diesjhrigen Tagung steht die Vorstellung von Best-Practice-Beispielen aus Deutschland. Der Blick in die USA und in die Niederlande dient dazu, den Horizont zu erweitern und weitere Anregungen zu erhalten. Weitere Themen der Tagung sind (u.a.): Was sind die Voraussetzungen von erfolgreichem Fundraising fr Hochschulen? Wo und wie finden sich private Frderer und Frderinnen? Wie sind sie anzusprechen? Welche steuerrechtlichen Rahmenbedingungen sind zu beachten? Referent ist u.a. Dr. Thomas Fritz aus der Niederlassung Eschborn/Frankfurt a.M. der Ernst & Young AG. Fr weitere Informationen und zur Anmeldung wenden Sie sich an: Dr. Irmgard Ehlers von der Evangelischen Akademie Bad Boll, 07164 79 210, irmgard.ehlers@ev-akademie-boll.de Ernst & Young Public Services Newsletter Nr. 86, Februar 2008 7 ERNST & YOUNG AG WIRTSCHAFTSPRFUNGSGESELLSCHAFT STEUERBERATUNGSGESELLSCHAFT www.de.ey.com Ihre Ansprechpartner im Public Services Team von Ernst & Young Unsere Experten der Wirtschaftsprfung und Steuerberatung stellen durch unser ausgebautes Niederlassungsnetz den kundennahen Service sicher: Wirtschaftsprfung und Steuerberatung Region West York Zllkau, Kln +49 (221) 2779 25647 Christoph Spiekermann, Dortmund +49 (231) 55011 22226 Region Sd Gert von Borries, Mnchen Region Sdwest Ursula Augsten Thomas Mller-Marqus Berger Region Nord (Hannover) Holger Siebenthaler Region Nord (Hamburg) Thomas Gtze Dr. Klaus Bracht +49 (89) 14331 17200 Region Berlin Franz-Josef Epping Region Sachsen/Thringen Detlef Fleischer, Dresden Jrg Hellmann, Erfurt Region Rhein/Neckar/Saar Dr. Jrgen Staiger, Mannheim Region Frankfurt Hans-Peter Busson +49 (30) 25471 21782 +49 (351) 48402 3315 +49 (361) 6589 22210 +49 (621) 4208 12231 +49 (711) 9881 15280 +49 (711) 9881 15844 +49 (511) 8508 16250 +49 (6196) 996 25271 +49 (40) 36132 11463 +49 (40) 36132 11232 Die folgenden Abteilungen sind deutschlandweit fr Sie da: Organisationsberatung fr die ffentliche Verwaltung und NPOs Cornelia Gottbeht, Mnchen +49 (89) 14331 17232 +49 (6196) 996 24124 +49 (711) 9881 15280 Real Estate Michael Janetschek, Frankfurt +49 (6196) 996 24540 +49 (30) 25471 21415 +49 (89) 14331 13304 Risk Advisory Services Dr. Robert Heinrich, Frankfurt Corporate Finance Robert Seiter, Berlin Steuerberatung Ursula Augsten, Stuttgart Wirtschaftsprfung Hans-Robert Walbrl, Mnchen E-Mail: vorname.name@de.ey.com (fr Ernst & Young AG), Wenn Sie unseren Newsletter nicht mehr erhalten mchten, schreiben Sie uns an public.services@de.ey.com. Wir lschen Sie dann aus unserer Datenbank. Ernst & Young Public Services Newsletter Nr. 86, Februar 2008 8

zurück zur Übersicht der Newsletter

zurück zu Home Public Services

 

Kontakt

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Sie haben die Möglichkeit, mit unseren Ansprechpartnern oder Themenverantwortlichen direkt Kontakt aufzunehmen.

Connect with us

Bleiben Sie mit uns in Kontakt über Soziale Netzwerke und unsere Webcasts. Oder laden Sie unsere App EY Insights herunter.

Public Services Newsletter Abonnement